HLA-Merkmale und Krankheitsassoziation

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Kurzbeschreibung

Autoimmunerkrankungen wie Lupus, ankylosierende Spondylitis, Multiple Sklerose, Diabetes und rheumatoide Arthritis, sind mit bestimmten HLA-Merkmalen assoziiert. Neben genetischer Prädisposition spielen auch  Umweltfaktoren eine wichtige Rolle zukommt, so dass in belasteten Familien die Erkrankungen eher sporadisch auftreten. Wechselwirkungen zwischen bestimmten HLA-Merkmalen und Medikamenten können zu Hypersensitivität oder allergischen Reaktionen führen.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Eine besondere Bedeutung besitzt das HLA-System bei der Auswahl von Spendern zur Blutstammzelltransplantation. Die allogene Transplantation von Knochenmark (KMT) oder peripheren Blutstammzellen (PBSCT) ist bei Leukämien, Lymphomen und Funktionsstörungen der blutbildenden Organe oft die einzige Therapieoption, die eine Chance auf eine dauerhafte Heilung bietet. Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Stammzelltransplantation ist die Gewebeverträglichkeit von Spender und Empfänger, d.h. die Übereinstimmung (Kompatibilität) von HLA-Merkmalen. Als klinisch relevant gelten dabei die HLA-A, -B, -C, -DRB1, -DQB1 und -DPB1 Gene.

Die Transplantationsergebnisse mit genetisch HLA-identischen Geschwistern und nicht verwandten Blutstammzellspendern (Registerspendern) sind heutzutage vergleichbar gut. Da jedoch nur ca. 35% der Patienten in Westeuropa über einen HLA-identischen Geschwisterspender verfügen, werden zunehmend HLA-kompatible Registerspender für die Transplantation herangezogen. Im Konsensuspapier der Deutschen Arbeitsgemeinschft für Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation sind die methodischen Anforderungen zur HLA-Typisierung und Spenderauswahlkriterien festgelegt. Bei der Suche nach einem nicht verwandten Blutstammzellspender müssen HLA-A, -B, -C, -DRB1 und -DQB1 Merkmale der Patienten und Spender in hoher Auflösung typisiert werden, die HLA-DPB1 Genotypisierung ist optional. Für ca. 3/4 der Patienten kann in Deutschland ein A-B-C-DRB1-DQB1-identischer Registerspender identifiziert werden. Weltweit stehen dafür derzeit >35 Millionen freiwillige Blutstammzellspender zur Verfügung, die anonym in nationalen (ZKRD – Zentrales Knochenmarkspender-Register Deutschland) und internationalen Registern erfasst wurden. Die Suche und Vermittlung von Spendern erfolgt international über die online-Verknüpfung des ZKRD mit den Spenderdateien in aller Welt.

Falls nur Spender mit HLA-Differenzen zur Verfügung stehen oder eine haploidentische Transplantation geplant ist, sollten die Patienten auf donorspezifische HLA-Antikörper untersucht werden. Dafür wird ein HLA-Antikörperscreening und ggf. eine Antikörperspezifizierung durchgeführt. Zusätzlich wird eine Kreuzprobe des Patientenserums mit B- und T-Lymphozyten des Spenders angesetzt.

Literatur

letzte Aktualisierung: 25.11.2023