Statin-Therapie

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Kurzbeschreibung

Die Verträglichkeit von Statinen, speziell HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren, wird durch genetische Varianten im SLCO1B1-Gen beeinflusst, welches für den Lebertransporter OATP1B1 verantwortlich ist. Bestimmte Varianten dieses Gens können zu veränderten Transportkapazitäten führen, wodurch die hepatische Absorption von Statinen reduziert und deren Plasmaspiegel erhöht werden können. Dies erhöht insbesondere bei Hochdosistherapie mit bestimmten Statinen das Risiko für Myopathie.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Die Verträglichkeit von HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statine) wird unter anderem durch Varianten im SLCO1B1-Gen beeinflusst, welches für den Organo-Anion-Transporter OATP1B1 codiert. OATP1B1 wird vorwiegend auf der sinusoidalen Membran menschlicher Hepatozyten exprimiert und ist an der Aufnahme verschiedener Substanzen aus dem sinusoidalen Blut in die Leber beteiligt. Neben endogenen Stoffen sind auch Statine Substrate von OATP1B1. Einige Varianten im SLCO1B1-Gen sind mit veränderten Transportkapazitäten des OATP1B1-Moleküls assoziiert. Das C-Allel des Polymorphismus c.521T>C führt zu einer erniedrigten Transportrate des Proteins, wodurch die hepatische Substratabsorption herabgesetzt und der Plasmaspiegel von Statinen und anderen Medikamenten erhöht sein kann. In mehreren Studien wurde gezeigt, dass bei Vorliegen des C-Allels die Plasmakonzentrationen von Simvastatin, Pravastatin, Pitavastatin, Atorvastatin und Rosuvastatin bei Anlageträgern deutlich erhöht waren. Zudem war in diesem Patientenkollektiv das Risiko für eine Myopathie unter Hochdosistherapie (z.B. 80 mg/d Simvastatin) deutlich erhöht (OR 4,7). Für Fluvastatin wurden keine erhöhten Plasmaspiegel gefunden. Die Frequenz des C-Allels beträgt ca. 15% in der europäischen Bevölkerung. Weitere OATP1B1-Substrate sind das Antidiabetikum Repaglinid, das Antihistaminikum Fexofenadin und der Wirkstoff Atrasentan.

Informationen und Dosisempfehlungen für Simvastatin sind auch der zu entnehmen.

Statin-Therapie
1 Gen*
SLCO1B1


* Aufgrund laufender Aktualisierungen können die hier aufgeführten Gene vorübergehend vom derzeit aktuellen Portfolio abweichen.

Erkrankung
ICD—10
Gen
OMIM—G
ArzneimittelunverträglichkeitT88.7SLCO1B1604843
Letzte Aktualisierung : 12.07.2024

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