Hepatitis C-Therapie

Synonyme: HCV-Therapie
Material
Untersuchungsdauer
Methode
Standort
Anforderung
Kurzbeschreibung

PEG-alpha-Interferon-2a/b mit Ribavirin (Peg-IFN/RBV) zählt zur Standard-Therapie einer Hepatitis C-Infektion. Neben dem HCV-Genotyp spielen auch genetische Varianten des Wirts eine Rolle für die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Therapie. Polymorphismen im IFNL3- und ITPA-Gen sind mit der Wirksamkeit und Verträglichkeit der Medikamente assoziiert und können bei der Therapieplanung einbezogen werden.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Die Gabe von PEG-alpha-Interferon-2a/b in Kombination mit Ribavirin (Peg-IFN/RBV) zählt zur Standard-Therapie einer Hepatitis C- (HCV-) Infektion. Neben dem HCV-Genotyp spielen auch genetische Varianten des Wirts (sog. “Host Factors“) eine Rolle für die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Therapie. Der sogenannte IFNL3-C/T-Polymorphismus rs12979860 im menschlichen Genom ist mit der Wirksamkeit (sog. SVR =”Sustained Virological Response”) assoziiert. Patienten mit dem C/C-Genotyp (zwei C-Allele) sprechen besser auf eine IFN/RBV-Therapie an als Patienten, die das T-Allel tragen (OR 5.8). Zudem zeigen C/C-Allel-Träger eine höhere Rate an Spontanremissionen der Erkankung. Der Polymorphismus rs12979860 liegt ca. 3kb upstream des Interleukin 28B-Gens IFNL3 (alte Nomenklatur IL28B), (Interferon-lambda 3) außerhalb der codierenden Region. Er befindet sich allerdings nahezu in vollständigem Kopplungsungleichgewicht zu anderen SNPs, für die in Studien ebenfalls eine Assoziation zur SVR und Spontanremission nachgewiesen wurde. Die Häufigkeit des rs12979860 T-Allels wird in der kaukasischen Bevölkerungsgruppe mit ca. 40% angegeben. Weitere Informationen undgenotypbezogene Dosisempfehlungen können der CPIC Guideline zu Peginterferon alfa-2a, Peginterferon alfa-2b, Ribavirin und IFNL3 entnommen werden.

Hämolytische Anämie zählt zu den häufigsten Komplikationen einer HCV-Therapie mit Ribavirin (RBV). In den ersten 12 Behandlungswochen entwickeln bis zu 25% der Patienten eine behandlungsbedürftige Anämie, die einen Therapieabbruch oder zumindest eine Dosisreduktion erfordern, wodurch der Therapieerfolg mit RBV deutlich beeinträchtigt wird. Eine Defizienz des Enzyms Inosin-Triphosphatase (ITPA) ist mit einer protektiven Wirkung hinsichtlich einer RBV-induzierten hämolytischen Anämie assoziiert. Zwei Polymorphismen in Exon 2 des ITPA-Gens (rs1127354, rs7270101) sind mit einer verminderten ITPA-Aktivität assoziiert. Träger der varianten Allele zeigen deutlich seltener eine behandlungsbedürftige Hb-Reduktion als homozygote Träger der Wildtyp-Allele (rs1127354-A-Genotyp, rs7270101-C-Genotyp).

Eine frühzeitige Dosisreduktion und/oder Komedikation mit Erythropoetin bei homozygoten Trägern der Wildtyp-Allele (normale ITPA-Aktivität) kann das Risiko für eine hämolytische Anämie senken. Für homozygote Träger der varianten Allele wird derzeit in der Literatur über eine Erhöhung der RBV-Dosis diskutiert, da eine RBV-Hochdosis-Therapie mit einer erhöhten SVR-Rate assoziiert wird.

Abb.: Assoziaton zwischen Genotyp, ITPA-Enzymaktivität und Hämolyserisiko
Hepatitis C-Therapie
2 Gene
IFNL3
ITPA


zum Auftrag
Erkrankung
ICD—10
Gen
OMIM—G
ArzneimittelunverträglichkeitT88.7IFNL3607402
TherapieresistenzT88.7ITPA147520
Literatur

letzte Aktualisierung: 17.1.2024