Fiebersyndrome

Synonyme: HPF-Syndrome, Autoinflammatorische Erkrankungen
Material
Untersuchungsdauer
Untersuchungsauftrag
Methode
Standort
Anforderung
Kurzbeschreibung

HPF-Syndrome sind eine Gruppe von autoinflammatorischen Erkrankungen, die durch eine Störung der angeborenen Immunantwort ausgelöst werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Autoimmunerkrankungen fehlen bei diesen Syndromen spezifische Autoantikörper oder T-Zellen. Eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Entzündungen spielt das Zytokin Interleukin 1 (IL-1). Es fördert die Entstehung von Fieber, aktiviert Leukozyten und steuert die Produktion weiterer Entzündungsmediatoren. Es wird vermutet, dass eine Störung im IL-1-Signalweg direkt oder indirekt für die meisten HPF-Syndrome verantwortlich ist.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Fieber ist ein häufiges Symptom im Kindesalter, nicht immer lässt es sich auf einen gewöhnlichen Infekt zurückführen. Wurden Infektionen, autoimmune und maligne Erkrankungen ausgeschlossen, kann ein angeborenes/hereditäres periodisches Fiebersyndrom (HPF) vorliegen. HPF-Syndrome zeichnen sich durch rezidivierende Fieberschübe aus, begleitet von einer systemischen Entzündungsreaktion (erhöhtes CRP, Serum-Amyloid-Protein A), die insbesondere die Haut, Schleimhäute, seröse Grenzflächen und Gelenke betrifft und bei einigen Erkrankungen zu einer sekundären Amyloidose führen kann. Zwischen den Attacken sind die meisten Patienten symptomfrei.

HPF-Syndrome gehören zu den autoinflammatorischen Erkrankungen, die durch eine Fehlregulation der angeborenen Immunantwort gekennzeichnet sind. Im Unterschied zu klassischen Autoimmunerkrankungen fehlen Autoantikörper oder antigenspezifische T-Zellen. Vor allem das Zytokin Interleukin 1 (IL-1) spielt eine zentrale Rolle bei der Induktion von Entzündungen, indem es die Entstehung von Fieber, Aktivierung von Leukozyten und die Produktion weiterer Entzündungsmediatoren vermittelt. Verschiedene Beobachtungen unterstützen die Hypothese, dass die Fehlregulation des IL-1-Signalweges eine direkte oder indirekte Ursache der Mehrheit der HPF-Syndrome ist.

Die differentialdiagnostische Abklärung ist aufgrund der Ähnlichkeit und Variabilität der Symptome oft schwierig, so dass eine Diagnose häufig erst im Erwachsenenalter gestellt wird. Neben dem klinischen Krankheitsbild geben Dauer und Häufigkeit der Fieberschübe, das Alter bei Erstmanifestation, Familienanamnese und ethnische Herkunft richtungsweisende Informationen. In den letzten Jahren wurden Gene identifiziert, in denen bestimmte Mutationen ursächlich für die Entwicklung eines HPF-Syndroms sind, so dass heutzutage die molekulargenetische Untersuchung wichtiger Bestandteil der Diagnostik geworden ist. Die Kenntnis der beteiligten Gene und funktionellen Auswirkungen von Mutationen haben zur Entwicklung spezifischer Therapien geführt (IL-1- und TNF-alpha-Blocker), die nicht nur die Lebensqualität der Patienten verbessern, sondern auch das Risiko von Folgeschäden (sek. Amyloidose) erheblich mindern.

Fiebersyndrome
25 Gene
ADA2
CARD14
ELANE
IL1RN
IL36RN
LACC1
LPIN2
MEFV
MVK
NLRC4
NLRP1
NLRP12
NLRP3
NOD2
OTULIN
PLCG2
PSMB8
PSTPIP1
RBCK1
RIPK1
TMEM173
TNFAIP3
TNFRSF1A
UBA1
WDR1


zum Auftrag
Erkrankung
ICD—10
Gen
OMIM—G
--UBA1314370
Familiäres Kälte-assoziiertes autoinflammatorisches Syndrom Typ IL50.2NLRP3606416
PAPA-SyndromM08.9PSTPIP1606347
weitere Inhalte anzeigen
Literatur

letzte Aktualisierung: 29.10.2023