Coffin-Siris-Syndrom (CSS)

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Kurzbeschreibung

Das Coffin-Siris-Syndrom (CSS) ist ein komplexes Syndrom, charakterisiert durch Entwicklungsstörungen, Muskelhypotonie und ein charakteristisches Erscheinungsbild mit besonderen Merkmalen wie Hypoplasie/Aplasie des 5. Fingers. Die Ursache sind pathogene Varianten in acht bekannten Genen, wobei ARID1B am häufigsten betroffen ist. Trotzdem bleibt bei etwa 40% der Patienten mit klinischem Verdacht die genaue genetische Ursache unklar. Das Syndrom wird autosomal-dominant vererbt, wobei häufig de novo Varianten vorliegen.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Beim Coffin-Siris-Syndrom handelt es sich um ein komplexes Syndrom, dessen Leitsymptome eine Entwicklungsstörung unterschiedlichen Ausmaßesund eine Muskelhypotonie, ein charakteristisches Aussehen mit vollen Lippen, breiter Mundspalte, breitem Nasenrücken und breiter Nasenspitze, kräftigen Augenbrauen, langen Wimpern und einer Hypertrichose des Körpers bei eher spärlichem Kopfhaar sind. Außerdem ist eine Hypoplasie/Aplasie des Endglieds des 5. Fingers bzw. des  Fingernagels charakteristisch. Es kann auch an weiteren Fingern oder auch den Zehen eine Nagelhypoplasie vorliegen. Bei den meisten Kindern liegt im Säuglings- und Kleinkindalter eine Gedeihstörung vor, bei etwa der Hälfte treten Krampfanfälle auf, knapp die Hälfte haben eine Schwerhörigkeit, oft infolge gehäufter Luftwegsinfekte, etwa die Hälfte hat einen Strabismus bzw. eine Ptose. Herzfehler und Fehlbildungen der Niere und ableitenden Harnwege kommen bei ca. einem Drittel vor.

Ursache sind pathogene heterozygote Varianten in derzeit acht bekannten Genen: ARID1A, ARID1B, ARID2, SMARCA4, SMARCB1, SMARCE1SOX11 und DPF2, wobei pathogene Varianten in ARID1B mit etwa 35-40% am häufigsten sind. Bei etwa 40% der Patienten mit klinischem Verdacht auf ein Coffin-Siris-Syndrom kann in den genannten Genen keine ursächliche Variante nachgewiesen werden. Die Erkrankung wird autosomal-dominant vererbt, wobei allerdings in der Regel bei Betroffenen eine pathogene de novo Variante vorliegt. Deletionen wurden bisher selten beschrieben (v.a. in ARID1B). Aufgrund der genetischen Heterogenität kann bei klinischem Verdacht auf ein Coffin-Siris-Syndrom eine Gen-Panel-Diagnostik der erwähnten Gene sinnvoll sein.

Coffin-Siris-Syndrom (CSS)
12 Gene
ARID1A
ARID1B
ARID2
DPF2
PHF6
SMARCA4
SMARCB1
SMARCC2
SMARCD1
SMARCE1
SOX11
SOX4


zum Auftrag
Erkrankung
ICD—10
Gen
OMIM—G
Coffin-Siris-Syndrom 9Q87.1SOX11600898
Coffin-Siris-Syndrom 8Q87.1SMARCC2601734
Coffin-Siris-Syndrom 3Q87.1SMARCB1601607
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Literatur

letzte Aktualisierung: 4.11.2023