Alagille-Syndrom

Synonyme: Arteriohepatische Dysplasie
Material
Untersuchungsdauer
Methode
Standort
Anforderung
Kurzbeschreibung

Das Alagille-Syndrom ist eine klinisch variable Erkrankung, die mehrere Organsysteme betrifft und durch Gallengangshypoplasie in der Leber, Herzfehler, Wirbelanomalien und Augenveränderungen gekennzeichnet ist. Die Diagnose basiert auf einer typischen Merkmalskombination und kann durch den Nachweis von pathogenen Varianten in den Genen JAG1 oder NOTCH2 bestätigt werden, wobei die meisten Patienten Varianten in JAG1 aufweisen. Das Syndrom tritt familiär in 30-50% der Fälle auf, vererbt sich autosomal-dominant und hat eine geschätzte Häufigkeit von 1:30.000.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Das klinisch sehr variable Alagille-Syndrom zeigt Symptome in mehreren Organsystemen, vor allem aufgrund der intrahepatischen Gallengangshypoplasie und dadurch bedingter Cholestase in der Leber, weiterhin angeborene Herzfehler, vor allem Stenosen der pulmonalarteriellen Gefäße, Wirbelanomalien in Form von Schmetterlingswirbeln und am Auge ein hinteres Embryotoxon. Es werden charakteristische Gesichtszüge beschrieben. Morbidität und Mortalität werden vor allem durch die kardiologischen und hepatischen Symptome bestimmt. Die (Verdachts-) Diagnose wird in erster Linie klinisch anhand einer typischen Merkmalskombination gestellt; sie kann molekulargenetisch bestätigt werden durch Nachweis von pathogenen Varianten in den Genen JAG1 oder NOTCH2, wobei die überwiegende Mehrzahl der Patienten pathogene Varianten in JAG1 trägt, davon 5-10 % Mikrodeletionen des gesamten oder von Teilen des Gens in 20p12. Nur ca. 1-2 % der Patienten tragen pathogene Varianten in NOTCH2. Familiäres Vorkommen wird in 30-50 % der Betroffenen beobachtet; die Vererbung erfolgt autosomal-dominant, die Häufigkeit wird auf 1:30.000 geschätzt.

Alagille-Syndrom
2 Gene
JAG1
NOTCH2


zum Auftrag
Erkrankung
ICD—10
Gen
OMIM—G
Alagille-Syndrom 2Q24.9NOTCH2600275
Alagille-Syndrom 1Q24.9JAG1601920
Literatur

letzte Aktualisierung: 4.11.2023