Quantiferon-Test / Mycobacterium tuberculosis-Infektion

Synonyme: IFN-Gamma-Test, Interferon-Gamma-Test, IGRA=Interferon Gamma Release Assay
Analytisches Labor
Material
Material:
  • Lithium-Heparin-Blut
  • Entnahme-Set "QuantiFERON TBGold plus"
Probenmenge
Probenmenge:
5 ml !
Untersuchungsdauer
Befundrücklauf:
1-2 Arbeitstage
Standort
Standort:
Martinsried
Probenstabilität
Präanalytik:
kein anderes Material/Antikoagulanz im Röhrchen zulässig
Nachforderungszeitraum
Nachforderung:
keine Nachforderung möglich
Methode
Methode:
  • CLIA
Einheiten
Einheit:
qualitativ
Akkreditierung
Akkreditierung:
flexibel akkreditiert
Hinweis zur Präanalytik
bevorzugtes Vorgehen: bitte senden Sie ein großes Lithium-Heparinröhrchen ein, welches am Tag der Abnahme bei uns eingeht und bis zur Abholung vorzugsweise gekühlt bei 2-8°C gelagert wird (max.! Stabilität bei gekühlter! Lagerung: 48h, anderenfalls nur 12h); im Labor wird das Blut in 4 Spezialröhrchen umgefüllt: TB1AG-, TB2AG-, Mitogen- und Negativröhrchen (zur Methode, s.u.). Bitte Abnahmezeitpunkt vermerken.

Alternativ könnten Sie die 4 Spezialröhrchen zum direkten Einfüllen des Blutes auch über uns bestellen (= Entnahmeset QuantiFERON-TB Gold Plus); ein korrektes Befüllen der Röhrchen innerhalb der vorgegebenen Markierung muss hierbei jedoch gewährleistet werden. Die befüllten Spezialröhrchen müssen 10x über Kopf gemischt werden, bei Raumtemperatur! gelagert und am gleichen Tag innerhalb von max. 16h ins Labor gesendet werden; alternativ wäre bei diesen Spezialröhrchen auch eine Inkubation bei 37°C direkt vor Ort in der Praxis möglich. Für nähere Informationen und Quelle: https://www.qiagen.com/en-US/resources/download/kitHandbookAndProtocol/hb_3304_012_r12_qftb_goldplus_bct_0326_us

Mögliche Proben-Abnahmegefäße

  • Lithium-Heparin

Analyt
TB1AGT-Helferzell-Antwort auf antigenen Reiz (ESAT-6, CFP-10)
TB2AGT-Helferzell-Antwort plus Antwort zytotoxischer T-Zellen auf den gleichen Antigen-Reiz wie bei TB1AG
Testresultat gesamt, qualitativTestauswertung (u.a. wird das Ergebnis von Mitogen- und Negativkontrolle des Patienten berücksichtigt)

Methode:
wie beim Tuberkulin-Hauttest handelt es sich um eine indirekte Methode zum Nachweis einer Exposition gegenüber M. tuberculosis, mit der eine zelluläre Immunantwort auf den Keim abgebildet wird.
Blut des Patienten wird mit speziellen Antigenen (Ag) des M. tuberculosis-Komplexes in Kontakt gebracht und inkubiert (ESAT-6:= early secreted antigenic target-6 und CFP-10:= culture filrate protein-10), was bei in vivo erfolgtem Kontakt zum Erreger in einer Ausschüttung von IFN-gamma durch die T-Lymphozyten des Patienten resultiert. Die Menge des, durch den Ag-Kontakt gebildeten IFN-gamma wird dann in einem sog. CLiA (Chemilumineszenz-auslösende Sekundär-Ak gegen IFN-gamma) detektiert, wobei der „IFN-gamma-Leerwert" des Patienten (Negativröhrchen ohne stimulierende Ag) berücksichtigt wird. Das Mitogenröhrchen prüft, ob die T-Lymphozyten des Patienten überhaupt in ausreichendem Maße stimulierbar sind (maximaler Stimulationsreiz unabhängig von Tbc). Ein Algorithmus bzw. bestimmte Kriterien definieren dann das qualitative Gesamtresultat des Tests. Ein sehr frischer Kontakt oder ein Status von Immunsuppression kann ein falsch-negatives Testergebnis bedingen.
Im Unterschied zum Tuberkulin-Hauttest reagiert der Test NICHT auf einen erfolgten Kontakt zum BCG-Impfstamm sowie auf viele der NTM = Nicht-Tuberkulöse Mykobakterien – mit Ausnahme von M. kansasii/szulgai/marinum/flavescens.
Quelle: Packungsbeilage Diasorin, LIAISON® QuantiFERON®-TB Gold Plus II

Indikation:

Test auf das Vorliegen eines Kontakts zu Mycobacterium tuberculosis-Komplex; der Keim hat die Potenz aus einem latenten Stadium insb. unter Immunsuppression zu reaktivieren. Bei V.a. aktive Tuberkulose ist der Test nicht ausreichend, da nicht zwischen aktiver und latenter Infektion unterschieden werden kann; hier sind dann weitere diagnostische Schritte wie Rö-Thx und v.a. auch die mikroskopische + kulturelle Untersuchung von Sputum oder anderen geeigneten Materialien indiziert.

Referenzbereich / Cut-offs

negativ
(IFN-gamma-Resultat im TB1AG- und TB2AG-Röhrchen wird in IU/ml ausgegeben, die Interpretation für den Patienten erfolgt jedoch strikt qualitativ)

Erhöhte Werte:

H.a. Kontakt zu M. tuberculosis-Komplex; ein erstmalig positives Ergebnis ist je nach Gesamtkonstellation und Anamnese ggf. durch erneute Abnahme zu bestätigen, und die weitere Abklärung hinsichtlich des Vorliegens einer akuten! M. tuberculosis-Infektion ist indiziert. Ggf. kann die Infektion mit wenigen, bestimmten nicht-tuberkulösen mykobakteriellen Erregern (s.o.) ein positives Testergebnis bedingen.

Verminderte Werte:

negatives Ergebnis:
ein sehr frischer Kontakt (noch! keine vorhandene zelluläre Immunantwort) oder ein Status von Immunsuppression kann ein falsch-negatives Testergebnis bedingen. Ebenso ist ein korrektes Probenhandling essenziell (insb. Zuleitung der Probe ans Labor innerhalb eines definierten Zeitfensters nach der Blutentnahme).

uneindeutiges Ergebnis:
tritt auf, wenn die T-Lymphozyten des Patienten generell nicht zu stimulieren sind oder der IFN-gamma-Leerwert/-Hintergrundwert des Patienten zu hoch ist

Letzte Aktualisierung : 06.10.2026