Präeklampsie-Screening (11. – 14. SSW)

Synonyme: Ersttrimesterscreening - Präeklampsie
Analytisches Labor
Material
Material:
  • Serum zentrifugiert
Probenmenge
Probenmenge:
1 mL
Untersuchungsdauer
Befundrücklauf:
2 mal pro Woche
Standort
Standort:
Martinsried
Probenstabilität
Präanalytik:
Stabilität (zentrifugiert) bei Raumtemperatur 24h, gekühlt 48h
Nachforderungszeitraum
Nachforderung:
nicht möglich
Methode
Methode:
  • FIA
  • Risikoberechnung
Hinweis zur Präanalytik
Stabilität von zentrifugiertem Material:

Bei Raumtemperatur 24h, gekühlt 48h

Angabe der SSW erforderlich!

Mögliche Proben-Abnahmegefäße

  • Serum mit Trenngel

Untersuchungsauftrag

Wichtig: Die Risikoberechnungen für Präeklampsie sind nur valide, wenn die Messung der sonographischen Marker nach den Kriterien der FMF von einem FMF-zertifizierten Untersucher durchgeführt wurde. Bitte stellen Sie uns daher vorab Ihre Lizenz zur Verfügung.

Allgemeine Informationen

Bei der Präeklampsie (EPH-Gestose, Schwangerschaftsvergiftung) handelt es sich um eine seltene, aber schwer verlaufende Multisystemerkrankung, die nur in der Schwangerschaft vorkommt. Sie wird definiert als ein neues Auftreten einer Hypertonie und einer Proteinurie.

Die Präeklampsie ist eine der Hauptursachen für maternale und fetale Morbidität und Mortalität weltweit.

Indikation

Das Präeklampsie‑Screening dient der frühzeitigen Identifikation von Schwangeren mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung einer Präeklampsie.

Die Risikoevalutation erfolgt im 1. Trimenon (SSW 11+0 bis 13+6) im Rahmen des Ersttrimester-Screenings. Es erfolgt ein multifaktorieller Risikoparameteransatz, der folgende Komponenten kombiniert:

  • Maternale Risikofaktoren (z. B. Alter, BMI, Vorerkrankungen)
  • Mittlerer arterieller Blutdruck (MAP)
  • Bestimmung des Eiweißgehalts im Urin (, )
  • Biochemische Marker im Serum:
    • PAPP‑A
    • PlGF (Placental Growth Factor)
  • Uterine Doppler‑Sonographie (Uterinarterien‑Pulsatilitätsindex, UAPI)

Referenzbereich /Cut-offs

Unter Einbeziehung aller o.g. Komponenten erfolgt eine Berechnung des Risikos für Präeklampsie.

Risiken mit einem Cut-off von >1:70 sind mit einem erhöhten Präeklampsierisiko assoziiert. Auf dem Befund werden die Risiken für Präeklampsie <34 Wochen, <37 Wochen und <40 Wochen ausgegeben.

Die Risiken beziehen sich auf den Zeitpunkt der Untersuchung, nicht auf den Zeitpunkt der Geburt.

Störfaktoren

  • Maternale Faktoren: BMI, Alter, Nikotinabusus, Vorerkrankungen (z. B. Diabetes, Hypertonie)
  • Schwangerschaftsbezogene Faktoren:
    • Mehrlingsschwangerschaft
    • falsche Bestimmung des Gestationsalters
  • Präanalytik / Methodik:
    • Probenzeitpunkt (insbesondere Trimenonabhängigkeit der Marker)

 

 

Letzte Aktualisierung : 17.06.2026