AFP im Fruchtwasser
Synonyme: Alpha-1-Fetoprotein im Fruchtwasser, α-1-Fetoprotein im Fruchtwasser
Material:
- Fruchtwasser
Probenmenge:
1 mL
Befundrücklauf:
2 mal pro Woche
Standort:
Martinsried
Methode:
- FIA
Einheit:
kU/L
Hinweis zur Präanalytik
Stabilität:
5 Tage bei Raumtemperatur
14 Tage bei 2 – 8 °C
3 Monate bei -20 °C
5 Tage bei Raumtemperatur
14 Tage bei 2 – 8 °C
3 Monate bei -20 °C
Angabe der SSW erforderlich!
Allgemeine Informationen
Alpha‑Fetoprotein (AFP) ist ein Glykoprotein (~70 kDa), das von fetalen Leber- und Dottersackzellen synthetisiert wird. AFP gelangt aus dem fetalen Kreislauf in das Fruchtwasser, v. a. über fetalen Urin und Diffusion. Die Konzentration ist im 1./frühen 2. Trimenon hoch und nimmt danach kontinuierlich ab. Im 2. Trimenon sinkt das AFP im Fruchtwasser etwa progressiv mit zunehmender Schwangerschaftswoche. Die biologische Rolle von AFP ist bis jetzt nicht geklärt. Es scheint jedoch am Transport von Fettsäuren (insbesondere ungesättigten) beteiligt zu sein.
Indikation
- Screening/Diagnostik offener Neuralrohrdefekte (NTD) (z. B. Spina bifida, Anenzephalie)
- Verdacht auf andere fetale Fehlbildungen (Bauchwanddefekte, Atresien des Gastrointestinaltrakts, kongenitale Nephrose, drohender Abort
- Abklärung bei erhöhtem maternalen Serum-AFP
Wichtig: AFP ist ein Screeningmarker, kein definitiver diagnostischer Test – eine Abklärung erfolgt immer durch Ultraschall und ggf. weitere Marker (z. B. AChE).
Referenzbereich /Cut-offs
Die Standardbewertung erfolgt über den MoM (Multiples of the Median)

Referenzbereich: 0,5-2,5 MoM
Störfaktoren
Präanalytisch:
- Kontamination mit fetalem Blut
- Hämolyse
Gestationsbedingte Faktoren:
- Fehlerhafte Bestimmung der Schwangerschaftswoche
- Mehrlingsschwangerschaft
Letzte Aktualisierung : 17.06.2026