RPR (Rapid Plasma Reagin) i.R. der Lues-Diagnostik
- Serum
- Agglutination
Mögliche Proben-Abnahmegefäße

Serum mit Trenngel
Allgemeine Information
Detektion sog. Lipoid-Antikörper (Abwandlung des sog. VDRL-Tests = Veneral Disease Research Laboratories-Test bzw. des CMTs = Cardiolipin-Mikroflockungstest), d.h. Suche nach UNspezifischen Lues-Ak, da sich die detektierten Ak NICHT gegen spezifische Antigene des Bakteriums richten, sondern gegen Lipidbestandteile von Zell-/Mitochondrienmembranen, die bei Gewebszerfall wie z.B.! aktiver Lues-Infektion frei werden.
Methode:
Kohlepartikel, die beschichtet sind mit Substanzen von zellulären Membranen wie Cardiolipin/Lecithin/Cholesterin und bei Vorhandensein von Antikörpern gegen diese Substanzen zu einer sichtbaren Verklumpung = Partikelagglutination führen; verschiedene Verdünnungsstufen des Patientenserums werden getestet und der Titer = die Verdünnungsstufe angegeben, die gerade noch zu einer sichtbaren Agglutination führt.
Quelle: RKI-Ratgeber, MIQ 35a/2016
Indikation:
Referenzbereich / Cut-offs
Erhöhte Werte:
Lues-UNspezifischer Test, erhöhte Titer kommen z.B. auch bei anderen Infektionserkrankungen (Tbc, Malaria, usw.), bei Tumorerkrankungen, Kollagenosen (SLE/APS, s. Anti-Cardiolipin-Ak) und in der Schwangerschaft vor. Gemäß Robert Koch-Institut sind Titer von > 1:4 i.d.R. Lues-spezifisch oder zumindest Lues-typisch (Gesamtkontext!), der Test wird von uns immer im Gesamtkontext mit den anderen Lues-Testergebnissen beurteilt. Vermutlich beruht die höhere Lues-Spezifität bei höherem Titer mitunter auf lipidreichen Membranbestandteilen der Treponemen, die ebenfalls Reagin-Ak erzeugen, die im Test mit-erfasst/abgebildet werden.
Bei frischer Lues-Erstinfektion treten RPR-Ak ca. 4-6 Wo. nach der Infektion und somit etwas zeitverzögert zu den IgM-Ak (2-3 Wo. nach Infektion) auf.
2-4 Wo. nach Therapieende soll serologisch erstmals kontrolliert werden (mit Ziel Ausgangswert für Verlauf, denn cave! Titeranstiege während der Therapie möglich), wobei der Abfall der Lipoid-Ak bei späterem Behandlungsbeginn nach Infektion länger dauern kann (MIQ 35a/2016). Als signifikanter Abfall bzw. auch Anstieg gilt eine 2-fache geometrische Verdünnungsstufe, d.h. 4-facher Titerabfall/-anstieg.
Quelle: RKI-Ratgeber, MIQ 35a/2016