Präeklampsie-Diagnostik (ab 20. SSW)

Synonyme: sFlt-1/PlGF-Quotient
Analytisches Labor
Material
Material:
  • Serum zentrifugiert
Probenmenge
Probenmenge:
1 mL
Untersuchungsdauer
Befundrücklauf:
täglich
Standort
Standort:
Martinsried
Probenstabilität
Präanalytik:
Stabilität bei Raumtemperatur 24h, gekühlt 48h
Methode
Methode:
  • Rechenwert
Einheiten
Einheit:
Ratio
Hinweis zur Präanalytik
Serumprobe vor dem Zentrifugieren vollständig koagulieren lassen (30 min stehend). Serum so schnell wie möglich zentrifugieren. Falls die Abholung in das Labor erst am nächsten Tag erfolgt, das Serum zentrifugieren, aliquotieren und tieffrieren. Tiefgefrorener Transport in entsprechenden Transportbehältern.

Mögliche Proben-Abnahmegefäße

  • Serum mit Trenngel

Analyt
sFlt-1/PlGF-Quotient-

Allgemeine Informationen

Die Präeklampsie (auch EPH-Gestose oder Schwangerschaftsvergiftung), ist eine seltene, aber schwer verlaufende Multisystemerkrankung, die nur in der Schwangerschaft vorkommt. Es treten drei Leitsymptome auf: Ab der 20. SSW neues Auftreten von Ödemen, Proteinurie (≥300 mg/24h) und Hypertonie (≥ 140/≥90 mmHg). Mit einer Inzidenz von weltweit 8% (in Deutschland sind es 2%), ist es eine der Hauptursachen für perinatale und maternale Morbidität und Mortalität weltweit.

Daher sind eine zügige Diagnosestellung und eine sofortige Therapie essentiell!

Bestimmt wird das Verhältnis des antiangiogenen Faktors (soluble fms-like tyrosine kinase-1) zum proangiogenen (Placental Growth Factor).

Indikation

  • Abklärung des Verdachts auf Präeklampsie bei Schwangeren mit:
    • Hypertonie
    • Proteinurie
    • klinischen Symptomen (z. B. Kopfschmerzen, Sehstörungen, Oberbauchschmerzen)
  • Differenzialdiagnostik hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen
  • Kurzfristige Vorhersage des Auftretens einer Präeklampsie
  • Risikostratifizierung und Verlaufsbeurteilung bei bestehendem Verdacht auf Präeklampsie

Referenzbereich / Cut-offs

Bei Schwangeren mit Präeklampsie sind typischerweise die Serumkonzentrationen für  erhöht und für   vermindert.
Der Quotient aus sFlt-1- und PlGF-Werten ermöglicht mit hoher Aussagekraft eine kurzfristige Vorhersage und das Monitoring in unklaren klinischen Situationen mit Verdacht auf Präeklampsie.

Die Interpretation erfolgt stets unter Berücksichtigung der Schwangerschaftswoche und der klinischen Symptomatik.

Störfaktoren

  • Mehrlingsschwangerschaften (veränderte PlGF- und sFlt-1-Konzentrationen)
  • Vorbestehende Nieren- oder Gefäßerkrankungen
  • Chronische Hypertonie
  • Plazentare Erkrankungen (z. B. fetale Wachstumsrestriktion, Plazentainsuffizienz)

 

Darüber hinaus bieten wir im Rahmen des Ersttrimester-Screenings (11.-14 SSW) auch die Möglichkeit, das spätere Risiko für eine Präeklampsie zu berechnen. Siehe hierzu

 

 

 

 

Letzte Aktualisierung : 04.08.2026