Cortisol
Synonyme:
Material:
- Serum
Probenmenge:
1 mL
Befundrücklauf:
täglich (Mo - Fr: 8.00 Uhr - 18.00 Uhr)
Standort:
Martinsried
Nachforderung:
14 Tage
Methode:
- CMIA
Einheit:
µg/dL
Akkreditierung:
ja


Proben-Abnahmegefäße
Allgemeine Informationen
Cortisol ist das wichtigste Glukokortikoidhormon der Nebennierenrinde. Es reguliert den Kohlenhydratstoffwechsel sowie den Elektrolyt- und Wasserhaushalt und besitzt immunsuppressive sowie entzündungshemmende Eigenschaften. Die Cortisolsekretion wird über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse reguliert. Die Konzentration ist morgens am höchsten und nimmt im Tagesverlauf ab.
Indikation
- Zur Abklärung von Nebennierenerkrankungen.
- Zur Beurteilung einer Nebennierenüberfunktion, insbesondere beim Verdacht auf Cushing-Syndrom.
- Zur Beurteilung einer Nebennierenunterfunktion, beispielsweise bei Verdacht auf Morbus Addison.
- Zur indirekten Beurteilung von Störungen der Hypophyse über die Regulation der ACTH-Cortisol-Achse.
- Zur Durchführung und Interpretation endokrinologischer Funktionstests (z. B. ACTH-Test, Dexamethason-Suppressionstest).
- Die Bestimmung von freiem Cortisol im 24-Stunden-Urin unterstützt insbesondere die Diagnostik einer Cortisolüberproduktion, da sie unabhängig von den tageszeitlichen Schwankungen ist.
Referenzbereich / Cut-offs
|
Alter | µg/dL |
|
2–15 Tage |
0,47–12,31 |
|
15 Tage–1 Jahr | 0,52–16,60 |
|
1–9 Jahre |
1,73–10,76 |
|
9–14 Jahre |
2,19–12,66 |
|
14–17 Jahre |
2,79–16,40 |
| 17–19 Jahre |
3,52–18,33 |
| > 19 Jahre |
vor 10:00 Uhr: 3,7–19,4; nach 17:00 Uhr: 2,9–17,3 |
Störfaktoren
Präanalytische Störfaktoren
- Die Cortisolkonzentration unterliegt einer ausgeprägten Tagesrhythmik. Die Entnahmezeit beeinflusst das Ergebnis wesentlich.
- Schwangerschaft und Östrogenbehandlung können die Cortisolkonzentration erhöhen.
- Starker körperlicher oder psychischer Stress kann zu erhöhten Cortisolwerten führen.
- Fibrin, unvollständig geronnene Proben, Erythrozyten oder andere feste Bestandteile können unzuverlässige Ergebnisse verursachen.
Medikamentöse Interferenzen
- Fludrocortison kann aufgrund einer Kreuzreaktivität zu falsch erhöhten Ergebnissen führen (Kreuzreaktivität 36,6 %).
- Prednisolon kann zu falsch erhöhten Cortisolwerten führen (Kreuzreaktivität 12,3 %).
- Prednison kann ebenfalls interferieren (Kreuzreaktivität 0,6 %).
Immunologische Interferenzen
- Humane Anti-Maus-Antikörper (HAMA) können falsch erhöhte oder erniedrigte Ergebnisse verursachen.
- Heterophile Antikörper können Immunoassays beeinflussen und zu ungewöhnlichen Messwerten führen.
- Rheumafaktoren können Interferenzen verursachen.
Analytische Interferenzen
Folgende Substanzen wurden untersucht und zeigten im geprüften Konzentrationsbereich keine klinisch relevante Beeinflussung:
- Bilirubin bis 20 mg/dL
- Hämoglobin bis 500 mg/dL
- Triglyceride bis 2000 mg/dL
- Gesamtprotein 3-10 g/dL
Letzte Aktualisierung : 11.08.2026