Acetylcholinesterase im Fruchtwasser
Synonyme: AChE
Material:
- Fruchtwasser
Probenmenge:
3 mL
Befundrücklauf:
1x/Woche
Standort:
Martinsried
Methode:
- Elektrophorese
Einheit:
kIU/L
Fremduntersuchung
Allgemeine Informationen
Die Acetylcholinesterase (AChE) ist ein Enzym, das physiologischerweise vor allem im fetalen Nervengewebe vorkommt und dort für den Abbau des Neurotransmitters Acetylcholin verantwortlich ist. Im normalen Fruchtwasser ist AChE nicht bzw. nur in vernachlässigbarer Menge nachweisbar. Gelangt fetales Nervengewebe direkt mit dem Fruchtwasser in Kontakt, wie bei offenen Neuralrohrdefekten, tritt AChE in das Fruchtwasser über und kann dort nachgewiesen werden. Die Bestimmung von AChE im Fruchtwasser wird daher als hochspezifischer Marker zur pränatalen Diagnostik offener Neuralrohrdefekte eingesetzt, insbesondere in Kombination mit der Alpha-Fetoprotein-()-Bestimmung.
Indikation
- Abklärung eines erhöhten AFP-Wertes im Fruchtwasser
- Verdacht auf offene Neuralrohrdefekte (z. B. Spina bifida, Anenzephalie)
- Ergänzende Diagnostik bei sonographischem Verdacht auf fetale Fehlbildungen
- Nachweis bzw. Ausschluss offener fetaler Defekte, insbesondere Neuralrohr- und teilweise Bauchwanddefekte
Referenzbereich / Cut-offs
Die Befundung erfolgt überwiegend qualitativ:
Negativ: kein Nachweis von AChE im Fruchtwasser (Normalbefund)
Positiv: Nachweis von AChE im Fruchtwasser (pathologischer Befund)
Störfaktoren
- Kontamination des Fruchtwassers mit fetalem Blut
- Blutbeimengungen durch die Punktion
- Verfärbte (braune oder gelb-braune) Fruchtwasserproben
- Die Interpretation sollte stets zusammen mit AFP-Ergebnis, Schwangerschaftswoche und sonographischem Befund erfolgen.
Letzte Aktualisierung : 28.07.2026