Autoimmun­diagnostik

Autoimmun­diagnostik

Im Bereich der Autoimmundiagnostik bietet unser Labor eine breite Palette von diagnostischen Tests an, darunter Immunblots, Immunfluoreszenztests (IFT) und FEIA-Assays. Diese Tests ermöglichen die Identifizierung von Autoantikörpern und sind entscheidend für die Diagnose und Überwachung verschiedener Autoimmunerkrankungen.

Systemische Autoimmunerkrankungen V.a. Kollagenosen

Die Stufendiagnostik bei Verdacht auf eine systemische Autoimmunerkrankung beginnt mit der Bestimmung von Autoantikörpern (AAk) gegen Zellkerne, auch ANA (antinukleäre Antikörper) genannt. Die AAk Bestimmung gegen intrazelluläre Strukturen (Kern und Zytoplasma) wird mittels indirekter Immunfluoreszenztechnik (IFT) auf Objektträgern mit fixiertem mitotisch aktivem Zellmaterial (HEp-2 Zellen und Primatenleberzellen) durchgeführt. Die Antikörper im Patientenserum binden dabei spezifisch an ihre intrazelluläre Zielstruktur und werden mittels fluoreszenzmarkiertem Anti-human IgG sichtbar gemacht.

Vaskulitiden

Vaskulitiden sind Entzündungen der Blutgefäße, die zu unterschiedlich stark ausgeprägten Gefäßverschlüssen und Nekrose führen können. Man unterscheidet die primären Vaskulitiden von den sekundären Vaskulitiden (nach Chapel Hill Consensus Conference; Jenette et al., 2012). Die ANCA-assoziierten Vaskulitiden, wie die Granulomatose mit Polyangiitis (GPA, früher Wegenersche Granulomatose), Mikroskopische Polyangiitis (MPA) und die Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA, frühere Bezeichnung: Churg-Strauss-Syndrom) gehören zu den primären Vaskulitiden der kleinen Gefäße. Sie haben Autoantikörper gegen neutrophile Granulozyten und Monozyten (ANCA), denen auch eine pathogenetische Rolle zugeschrieben wird.

Autoimmune Leber­erkrankungen

Autoimmune Lebererkrankungen sind nicht-infektiöse Erkrankungen, die durch eine Fehlregulation des körpereigenen Immunsystems entstehen. Obwohl für die autoimmunen Lebererkrankungen wissenschaftliche Hinweise für eine ätiopathogenetische Beteiligung des Immunsystems vorliegen, bleibt deren genaue Ursache bis heute unklar. Äußere Faktoren (z.B. Medikamente, Toxine, Infekte), gestörte Immuntoleranzmechanismen, hormonelle Einflüsse oder genetische Prädisposition werden als mögliche Erkrankungsursachen in der Literatur diskutiert.